Automatischer Quellen-/Senkenbetrieb
Die N35500 wechselt abhängig vom Arbeitspunkt automatisch zwischen DC-Quelle und regenerativer Senke. Kontinuierliche Übergänge reduzieren Spannungsspitzen beim Wechsel der Energieflussrichtung.
Die N38300 Serie umfasst programmierbare Hochleistungs-DC-Stromversorgungen für Entwicklung, Labor, Produktion und automatisierte Prüfsysteme. Die verschiedenen Ausführungen ermöglichen eine anwendungsspezifische Auswahl für Komponenten-, Baugruppen- und Systemtests.
CV-, CC- und CP-Betrieb für die geregelte Vorgabe von Spannung, Strom oder Leistung.
Sequenz- und Rampenfunktionen unterstützen wiederholbare Testprofile und reproduzierbare Prüfprozesse.
Die verfügbaren Kommunikationsschnittstellen ermöglichen die Fernsteuerung und Einbindung in automatisierte Testsysteme.
Geräte gleicher Spezifikation können für höhere Leistungsanforderungen gemeinsam betrieben werden.
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Die N35500 Serie ist eine bidirektionale, programmierbare DC-Stromversorgung mit integrierter Quellen- und Senkenfunktion. Das Gerät wechselt abhängig von Sollspannung und externer DC-Spannung automatisch zwischen Energieabgabe und Energieaufnahme. Im Senkenbetrieb wird die aufgenommene Leistung nicht ausschließlich in Wärme umgesetzt, sondern in das dreiphasige Versorgungsnetz zurückgespeist.
Die 19-Zoll-Einzelgeräte decken in einem 3-HE-Gehäuse Leistungen von 10 bis 42 kW ab. Angeboten werden Spannungsklassen von 100, 360, 500, 750, 1.000, 1.500 und 2.250 V. Die verfügbaren Strombereiche reichen modellabhängig von ±60 A bis ±900 A. Damit lassen sich sowohl Hochstromanwendungen mit niedriger DC-Spannung als auch Hochvolt-Prüfungen von Wechselrichtern, Energiespeichern und Leistungselektronik abbilden.
Neben dem automatischen Quellen-/Senkenbetrieb stehen separate elektronische Lastbetriebsarten, Sequenz- und Wellenformfunktionen sowie Lade- und Entladeprogramme zur Verfügung. Gleichartige Geräte können über eine optische Verbindung parallel betrieben und zu Systemen im MW-Leistungsbereich skaliert werden.
Die N35500 wechselt abhängig vom Arbeitspunkt automatisch zwischen DC-Quelle und regenerativer Senke. Kontinuierliche Übergänge reduzieren Spannungsspitzen beim Wechsel der Energieflussrichtung.
Die hohe Leistungsdichte ermöglicht bis zu 42 kW Quellen- und Senkenleistung in einem 19-Zoll-Gehäuse mit 3 HE. Dadurch wird weniger Platz im Prüfstand oder ATE-Schrank benötigt.
Mehrere Spannungsklassen decken Hochstrom- und Hochvoltanwendungen ab. Die 100-V-Modelle erreichen bis zu ±900 A, während Hochvoltmodelle bis 2.250 V verfügbar sind.
Bei den Modellen ab 360 V beträgt die spezifizierte Spannungsanstiegszeit bis zu 5 ms. Die Hochvoltmodelle mit 1.500 und 2.250 V erreichen eine transiente Ausregelzeit von weniger als 500 µs unter den dokumentierten Prüfbedingungen.
Die Spannungs-Programmiergenauigkeit beträgt bis zu 0,02 % + 0,02 % vom Endwert. Für den Strom ist eine Programmiergenauigkeit von bis zu 0,1 % + 0,1 % vom Endwert spezifiziert.
Im Senkenbetrieb wird Energie mit einem angegebenen Rückspeisewirkungsgrad von bis zu 95 % in das Netz zurückgeführt. Das reduziert Wärmeentwicklung und Kühlbedarf gegenüber rein dissipativen Lastsystemen.
Liegt die eingestellte Spannung über der extern anliegenden Spannung, arbeitet die N35500 als DC-Quelle. Sie stellt dem Prüfling positive DC-Leistung zur Verfügung und regelt den Arbeitspunkt in CV-, CC- oder CP-Betrieb.
Liegt die eingestellte Spannung unter der Spannung des Prüflings, nimmt das Gerät Strom auf. Die aufgenommene Energie wird über die regenerative Eingangsstufe in das Versorgungsnetz zurückgespeist.
Der Anwender kann die Priorität des Spannungs- oder Stromregelkreises auswählen. Die CV-Priorität unterstützt einen schnellen und gleichmäßigen Spannungsaufbau, beispielsweise bei DC/DC-Wandlern. Die CC-Priorität begrenzt Stromüberschwingen bei niederohmigen Prüflingen, Batterien oder kapazitiven Systemen.
Die N35500 verwendet einen weiten Spannungs- und Stromarbeitsbereich. Innerhalb der jeweiligen Leistungsgrenze kann ein Modell deshalb unterschiedliche Arbeitspunkte abdecken. Die Auswahl muss anhand der gleichzeitig benötigten Spannung, des Quellen- und Senkenstroms sowie der Dauerleistung erfolgen.
| Spannungsklasse | 3-HE-Leistungsstufen | Maximaler Strom im 3-HE-Bereich | Verfügbare 3-HE-Modelle |
|---|---|---|---|
| 100 V | 10, 20 und 30 kW | bis ±900 A | N35510-100-300, N35520-100-600, N35530-100-900 |
| 360 V | 14, 22, 32 und 42 kW | bis ±240 A | N35514-360-80, N35522-360-160, N35532-360-240, N35542-360-240 |
| 500 V | 14, 22, 32 und 42 kW | bis ±195 A | N35514-500-65, N35522-500-130, N35532-500-180, N35542-500-195 |
| 750 V | 14, 22, 32 und 42 kW | bis ±195 A | N35514-750-65, N35522-750-130, N35532-750-180, N35542-750-195 |
| 1.000 V | 22, 28, 32 und 42 kW | bis ±80 A | N35522-1000-80, N35528-1000-65, N35532-1000-80, N35542-1000-80 |
| 1.500 V | 22, 32 und 42 kW | bis ±65 A | N35522-1500-60, N35532-1500-60, N35542-1500-65 |
| 2.250 V | 22, 32 und 42 kW | bis ±65 A | N35522-2250-60, N35532-2250-60, N35542-2250-65 |
Die im Datenblatt angegebenen Dynamikwerte beschreiben Spannungsanstiegszeit, Spannungsabfallzeit und transiente Ausregelzeit. Diese Werte sind nicht mit einer programmierbaren Spannungs- oder Strom-Slew-Rate gleichzusetzen.
| Modellgruppe | Spannungsanstieg 10–90 % | Spannungsabfall 90–10 % | Transiente Ausregelzeit |
|---|---|---|---|
| 100-V-Modelle | ≤10 ms ohne Last, ≤15 ms bei Volllast | ≤30 ms ohne Last, ≤10 ms bei Volllast | <1 ms bei dokumentiertem Lastsprung |
| 360 bis 1.000 V | ≤5 ms ohne Last und bei Volllast | ≤10 ms ohne Last, ≤5 ms bei Volllast | <1 ms bei dokumentiertem Lastsprung |
| 1.500 und 2.250 V | ≤5 ms ohne Last und bei Volllast | ≤10 ms ohne Last, ≤5 ms bei Volllast | <500 µs bei dokumentiertem Lastsprung |
Die transiente Ausregelzeit bezieht sich auf einen Lastwechsel von 10 auf 60 % und die Rückkehr der Ausgangsspannung in ein Toleranzband von 0,75 % der Nennspannung.
Im automatischen Quellen-/Senkenbetrieb stehen Konstantspannung, Konstantstrom und Konstantleistung zur Verfügung. Der Energiefluss wechselt entsprechend dem elektrischen Arbeitspunkt.
Der separate Lastbetrieb unterstützt CC, CV, CP und CR. Damit lassen sich konstante Ströme, Spannungen, Leistungen oder Widerstandskennlinien nachbilden.
Prüfabläufe können mit bis zu 1.000 aufeinanderfolgenden Schritten aufgebaut werden. Spannung, Quellen- und Senkenstrom, Leistung, Verweilzeit und Änderungsraten lassen sich schrittweise definieren.
Lade- und Entladeprogramme unterstützen Abschaltbedingungen für Spannung, Strom, Kapazität und Zeit. Die zugehörige PC-Software ermöglicht wiederholte Lade-/Entladezyklen und speichert Messdaten.
Step-, frei definierbare und erweiterte Wellenformfunktionen ermöglichen zeitabhängige Sollwertprofile für reproduzierbare dynamische Prüfungen.
Der SR-Modus bildet eine Batterie über Leerlaufspannung und programmierbaren Innenwiderstand ab. Die Klemmenspannung verändert sich dabei abhängig vom fließenden Strom.
Mit der PV-Simulationssoftware NS91000 können I-V- und P-V-Kennlinien sowie statische und dynamische Prüfungen nach Sandia und EN 50530, Wetterprofile und Verschattungsszenarien erzeugt werden. Die Batteriesimulatorsoftware NS81000 stellt sieben Standard-Batteriemodelle sowie zwei Möglichkeiten für benutzerdefinierte Kennlinien bereit. Die Verfügbarkeit der jeweiligen Softwarekonfiguration ist bei der Auslegung zu prüfen.
Die Kombination aus bidirektionalem Energiefluss, weitem Arbeitsbereich und programmierbaren Prüfprofilen eignet sich für Entwicklung, Validierung, Produktion und automatisierte Systemtests.
Bei On-Board-Chargern, DC/DC-Wandlern, Ladetechnik und elektrischen Antrieben versorgt die N35500 den Prüfling oder nimmt rückgespeiste Energie auf. Dynamische Sequenzen bilden wechselnde Betriebszustände nach.
Batterien, Superkondensatoren und Speichersysteme können geladen und entladen werden. Abschaltkriterien, Zyklusabläufe und regenerative Energieaufnahme unterstützen reproduzierbare Lebensdauer- und Funktionstests.
Mit der NS91000 Software bildet die N35500 Solararray-Kennlinien ab und unterstützt statische sowie dynamische MPPT-Prüfungen an PV-Wechselrichtern.
Die DC-Seite von Wechselrichtern, USV-Systemen und Energiespeicherumrichtern kann gespeist oder belastet werden. Der bidirektionale Betrieb ermöglicht Prüfungen in mehreren Energieflussrichtungen.
Standardisierte Kommunikationsschnittstellen, Sequenzbetrieb und schnelle Sollwertwechsel ermöglichen die Integration in automatisierte Prüfstände und wiederholbare Produktionsprüfungen.
Hochvolt-Komponenten, DC/DC-Systeme, elektrische Antriebe und Energiespeicher können unter kontrollierten Quellen- und Senkenbedingungen geprüft werden.
| Schnittstelle oder Funktion | Status | Technische Verwendung |
|---|---|---|
| LAN | Standard | Netzwerkkommunikation, PC-Software und Einbindung in automatisierte Prüfsysteme. |
| RS232 | Standard | Serielle Fernsteuerung und Gerätekommunikation. |
| RS485 | Standard | Serielle Kommunikation, unter anderem mit Modbus-RTU-Unterstützung. |
| CAN | Standard | CAN-Kommunikation mit CANopen; laut Manual kann zusätzlich CAN DBC ausgewählt werden. |
| SCPI | Unterstützt | Befehlssatz zur Integration in kundenspezifische Steuer- und Testsoftware. |
| PROG-Schnittstelle | Geräteschnittstelle | Analoge Sollwertvorgabe und Überwachung von Spannung, Strom oder Leistung sowie konfigurierbare digitale Ein- und Ausgänge. |
| Remote Sense | Unterstützt | Vierleiter-Messung zur Kompensation von Spannungsabfällen an langen oder hochstrombelasteten Anschlussleitungen. Das Sense-Kabel ist separat erhältlich. |
| Optische Parallelschnittstelle | Optional | Synchronisierte Kommunikation und Überwachung zwischen parallel betriebenen Geräten. Ein Glasfaserkabel wird jeweils zwischen zwei Einheiten benötigt. |
| PC-Anwendungssoftware | Unterstützt | Fernbedienung, Parametrierung, Echtzeitdarstellung und Speicherung historischer Messdaten. |
Gleichartige N35500-Geräte können über eine optische Verbindung parallel geschaltet werden. Die AC-Eingänge werden phasengleich angeschlossen, während die DC-Ausgänge mit gleicher Polarität verbunden werden. Die Kommunikation zwischen den Einheiten erfolgt bidirektional über Glasfaser.
Innerhalb eines Parallelverbunds wird laut Manual genau ein Gerät als Master konfiguriert. Bis zu 63 Slave-Geräte können mit fortlaufenden Geräte-IDs eingebunden werden. Der Master verteilt Sollwerte und erfasst Messdaten und Betriebszustände.
Bei aktivierter Redundanzfunktion erkennt das System fehlerhafte Module, entfernt sie aus dem aktiven Verbund und verteilt die benötigte Leistung innerhalb der verbleibenden Kapazität.
| Kriterium | Spezifikation oder Anforderung |
|---|---|
| AC-Netzanschluss | Dreiphasig, 340 bis 480 V AC, 47 bis 63 Hz. |
| AC-Eingangsstrom | Modellabhängig. Für zahlreiche 14-, 22-, 32- und 42-kW-Modelle sind maximal 25, 40, 55 beziehungsweise 70 A angegeben. Maßgeblich sind Typenschild und modellspezifisches Datenblatt. |
| Bauform | 19-Zoll-Rackgerät, 3 HE für Einzelgeräte bis 42 kW. |
| Abmessungen | Ca. 132 × 482 × 755 mm inklusive Anschlussabdeckung. |
| Gewicht | Je nach Modell ungefähr 34 bis 45 kg. |
| Kühlung | Luftkühlung. Luftein- und Luftauslässe dürfen während des Betriebs nicht blockiert werden. |
| Betriebstemperatur | 0 bis 50 °C; oberhalb von 35 °C ist eine Leistungsreduzierung zu berücksichtigen. |
| Lagertemperatur | −10 bis 70 °C. |
| Umgebungsbedingungen | Höhenlage unter 2.000 m, relative Luftfeuchtigkeit 5 bis 90 % ohne Kondensation. |
| Erdung | Der Schutzleiteranschluss muss vor der Inbetriebnahme zuverlässig hergestellt werden. |
Anschlussleitungen, Absicherung, Netzverteilung und Schaltgeräte müssen passend zum ausgewählten Modell, zur benötigten Leistung und zu den örtlichen Vorschriften dimensioniert werden. Installation und Hochvoltverdrahtung dürfen nur durch entsprechend qualifiziertes Fachpersonal erfolgen.
Konfigurierbare Schutzfunktionen umfassen Überspannung, Überstrom, Überleistung, Unterspannung und Unterstrom. Zusätzlich lassen sich minimale und maximale Ausgangsbereiche für Spannung, Strom und Leistung festlegen.
Bei überhöhter interner Temperatur wird der Ausgang abgeschaltet. Das Gerät überwacht außerdem Modulfehler und Kommunikationsausfälle innerhalb eines Parallelverbunds.
Über die PROG-Schnittstelle kann ein Hardware-Interlock eingerichtet werden, der den Ausgang bei geöffnetem Sicherheitskreis abschaltet. Diese Funktion steht beim Modell N35530-100-900 nicht zur Verfügung.
Erforderlich sind die minimale und maximale DC-Spannung, der maximale Quellen- und Senkenstrom sowie die dauerhaft benötigte Leistung. Der gewünschte Arbeitspunkt muss innerhalb der vollständigen Spannungs-Strom-Kennlinie des Modells liegen.
Ja. Sie kann Energie an den Prüfling abgeben und aufnehmen. Zusätzlich zum automatischen bidirektionalen Betrieb stehen separate Lastmodi für CC, CV, CP und CR zur Verfügung.
Ja. Im Senkenbetrieb wird die Energie in das dreiphasige Versorgungsnetz zurückgeführt. Im Produktüberblick wird ein regenerativer Wirkungsgrad von bis zu 95 % angegeben.
Nein. Die 5 ms beschreiben bei den entsprechenden Modellen die Spannungsanstiegs- oder Spannungsabfallzeit. Eine Slew Rate wird dagegen in V/s oder A/s angegeben und kann in bestimmten Prüfprofilen separat programmiert werden.
Ja. Gleiche Modelle können über die optionale Glasfaserverbindung parallel betrieben werden. Ein System besteht aus genau einem Master und bis zu 63 adressierten Slave-Geräten.
Ein allgemeiner Serienbetrieb wird in den vorliegenden Produktunterlagen nicht als Standardfunktion beschrieben. Anwendungen mit höherer Spannung müssen deshalb projektspezifisch geprüft werden.
Standardmäßig sind LAN, RS232, RS485 und CAN vorhanden. Unterstützt werden unter anderem SCPI, Modbus-RTU und CANopen. Zusätzlich stehen eine PROG-Schnittstelle und Remote Sense zur Verfügung.
Ja. Für die Batteriesimulation ist die Software NS81000 beschrieben. Die PV-Simulation erfolgt über NS91000 und unterstützt I-V-/P-V-Kennlinien, MPPT-Prüfungen, Wetterprofile und Verschattungsszenarien.
Für eine belastbare Geräteauswahl sollten neben dem Nennarbeitspunkt auch dynamische Prüfzustände, Netzanschluss und Automatisierungsanforderungen berücksichtigt werden. Bitte stellen Sie für die technische Auslegung möglichst folgende Informationen bereit: